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 Betreff des Beitrags: Frohe Weihnachten
BeitragVerfasst: Montag 23. Dezember 2013 
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Weihnachtslied einer gestressten Hausfrau

Draußen fĂ€llt der Regen nieder,
es weihnachtet so langsam wieder!
Die Kerzen sind noch nicht entzĂŒndet,
die Hausfrau man im Keller findet,
wo sie hektisch und gezielt
in diversen Kisten wĂŒhlt.
Irgendwo mĂŒssen sie doch sein,
sie tat sie letztes Jahr hinein!
Auf der Suche nach den Sternen
muss sie manchen Gruscht entfernen
Als alles liegt an seinem Ort,
der Hausfrau Sinn steht fast auf Mord!
Endlich fÀllt es ihr doch ein:
Auf dem Dachboden wird das Weihnachtszeug sein!
So wird auch der perfekt sortiert,
obwohl's die Frau dort schrecklich friert!
Schließlich hat die Kiste sie entdeckt,
in der das Sternengoldzeug steckt.
Der Baumschmuck hat sich auch gefunden,
doch der Baumfuß bleibt verschwunden.
Die Lichterkette geht nicht mehr,
da mĂŒssen neue LĂ€mpchen her!
Sie schickt zum Baumarkt hin den Mann,
wo er beides kaufen kann.
"Wie gut!" denkt sie, "es ist noch Zeit,
bis zum Fest ist dann alles bereit!"

Lange bleibt der Mann verschwunden,
kommt zurĂŒck erst nach vielen Stunden.
Viel Werkzeug hat er mitgebracht,
nun kann er werkeln, dass es kracht!
Baumfuß und Lichter er vergaß,
auf MĂ€nner ist doch kein Verlass!
Na, ja, die Frau muss ja eh noch in die Stadt,
wo es viele GeschÀfte hat.
Geschenke braucht sie fĂŒr viele Leute,
und die besorgt sie alle heute.
Die LĂ€den sind alle ĂŒberfĂŒllt.
Die Weihnachtsfreude ĂŒberquillt.
Die Glöckchen klingen - oh, wie nett -
mit den Kassen um die Wett'.
Gut gelaunt und mit GefĂŒhl
stĂŒrzt die Frau sich ins GewĂŒhl.
FĂŒr jeden sucht sie mit viel Liebe
ein Geschenk in dem Geschiebe.
Als zu Haus sie angekommen,
vom GewĂŒhl noch ganz benommen,
sieht sie die Kinder, diese Lieben,
fĂŒr's Krippenspiel der Kirche ĂŒben.
GerĂŒhrt bleibt sie ein bisschen steh'n,
um sich dieses anzuseh'n.
"Wie gut!" denkt sie, "es ist noch Zeit!
Bis zum Fest ist dann alles bereit!"
Dann eilt sie schnell an ihren Herd,
weil sie PlÀtzchen backen wird.
WĂ€hrend sie den Keksteig rĂŒhrt,
das Baby fröhlich matscht und schmiert.
Denn, was jede Mutter weiß:
Es ist aufs PlĂ€tzchenbacken heiß!
Am Ende sieht, oh Schreck, oh Graus,
die KĂŒche wie ein Schlachtfeld aus.
Die PlÀtzchen mag leider niemand essen,
denn sie hat GewĂŒrz vergessen.
Und so schmeißt die Hausfrau still
die schönen Kekse in den MĂŒll.

Nun fÀngt sie mit dem Hausputz an,
fegt und wienert, was sie kann!
Denn Weihnachten soll alles fein,
ordentlich und sauber sein.
Die Fenster werden auch geputzt,
denn sie sind doch sehr verschmutzt.
Damit die Sterne festlich leuchten
muss die Scheiben sie befeuchten.
Das Wasser friert sofort zu Eis
- so ein Scheiß!
Die HĂ€nde sind ihr fast erfroren,
zudem werden ihr kalt die Ohren!
Doch endlich hat sie es geschafft:
Das ganze Haus glÀnzt musterhaft.
Ermattet sinkt die Hausfrau nieder,
es zittern ihre mĂŒden Glieder.

Doch sie darf jetzt noch nicht ruh'n,
es gibt doch noch so viel zu tun!
Erstmal neue PlÀtzchen backen,
und dann schnell die PĂ€ckchen packen.
Das Weihnachtspapier reicht ihr nie,
so nÀht kleine SÀckchen sie
aus umweltfreundlich reiner Jute -
so ist die Gute!
Beinahe vergisst sie die Kalender
fĂŒr die drei sĂŒĂŸen lieben Kinder!
Sie werden sicher Augen machen,
denn die ganzen schönen Sachen
stellt sie alle selber her,
vom Zwerglein bis zur Feuerwehr!
Zum GĂ€rtner muss sie auch noch laufen
Tannenzweige einzukaufen.
Das ganze Haus wird ausgeschmĂŒckt.
Der Gatte wird schon ganz verrĂŒckt,
ihn ausgefallene Nadeln zwicken
und rĂŒcklings in den Kragen pieken.

Mittels Leiter bringt die Frau dann
die Lichterkette draußen an.
Ihr Mann bekÀm das doch nicht so schön hin,
MĂ€nnern fehlt dafĂŒr der Sinn!
WĂ€hrend sie noch denkt darĂŒber nach,
gibt es plötzlich einen Krach!
Die Leiter rutscht, es plumpst die Frau
auf ihr Hinterteil genau!
WĂŒtend rappelt sie sich auf,
fÀngt noch mal an mit viel Geschnauf!
Endlich ist die Kette dekoriert,
die Hausfrau wieder einmal friert!

Der Weihnachtsmarkt hat angefangen
und mit Gatten und den Rangen
sie abends gerne rĂŒberbummelt.
Die halbe Stadt sich auch dort tummelt.
Die Kinder haben keine Freude:
Im Fernsehen lÀuft 'n Trickfilm heute!
Schnell treibt sie's zurĂŒck an den heimischen Herd,
wo bald darauf die Glotze röhrt.
Das Chaos wÀchst, die Zeit saust schneller.
Die Frau rennt wieder in den Keller.
Zu prĂŒfen was sie fĂŒr das Fest
vom Kaufmann sich noch bringen lÀsst.
Wein und KĂ€se schreibt sie nieder,
Sekt brauchen sie auch schon wieder,
eine Gans und anderes auch
fĂŒr einen gut gefĂŒllten Bauch.
Da fĂ€llt es ihr zum GlĂŒck noch ein:
Kamillentee muss auch noch sein!

Zwischendurch ĂŒbt sie noch viel
mit den Großen fĂŒr das Krippenspiel.
Hirten sollen sie sein, die Zwei.
Da mĂŒssen noch UmhĂ€nge herbei!
Damit sie schöne Hirten sind,
nĂ€ht sie einen fĂŒr jedes Kind.
Am nÀchsten Morgen probiert sie dann
die UmhÀnge den Kindern an.
Beide sind gar hoch erfreut,
aber gleich das Baby schreit,
weil es keinen Umhang hat!
Die Mutter weiß sich keinen Rat,
und so nÀht sie auf der Stelle
noch so eine Hirtenpelle!

Die Gören haben unterdessen
alle PlÀtzchen aufgefressen.
So wirft die Frau den Herd noch mal an,
damit auch keiner verhungern kann.
Nachdem die KĂŒche schon verschmiert,
wird auch noch Stollen fabriziert.
Im Esszimmer haben die Rangen
unterdessen zu basteln angefangen.
Jedes schenkt ihr einen Stern,
das Mutterherz lacht, so hat sie es gern.
Am Polsterstuhl der Kleber klebt,
Engelshaar um die Lampe schwebt.
Leise rieselt der kĂŒnstliche Schnee,
auf dem Tischtuch steht ein Apfelsaftsee.
Zum AufrĂ€umen ist natĂŒrlich keiner bereit,
das macht die Hausfrau, denn die hat ja Zeit!

Am Sonntag fÀhrt sie mit dem Manne
in den Wald zu holen eine Tanne.
Es regnet und eiskalte Winde wehen,
eigentlich können sie kaum etwas sehen.
Wie immer fÀllt die Entscheidung nicht leicht.
Endlich findet der Mann, dass es reicht.
"Wir nehmen jetzt einfach diesen hier!
Ich will heim zu meinem Bier!"
Gesagt - getan, er wird im Auto verstaut,
die Hausfrau sich dabei den Mantel versaut.
Leise schimpfend kommen sie dann
samt Tannenbaum zu Hause an,
wo man ihn mit viel Verdruss
in den Keller schaffen muss.
Dabei er, wie sich's gehört,
schon mal einen Großteil der Nadeln verliert.
Noch mal putzt die Hausfrau das Heim,
es soll doch alles schön weihnachtlich sein!

Abends möchte sie eigentlich nur pennen,
wenn am Adventskranz die Lichter brennen.
Doch sollte sie mit den Kindern noch singen
und ihnen ein Gedicht beibringen.
Die Gören haben dazu nicht viel Lust,
das Gedichtelernen bringt ihnen nur Frust.
GlĂŒcklicherweise fĂ€ngt sodann
der Adventskranz zu brennen an.
Schnell ist gelöscht das kleine Feuer,
der Schaden ist zum GlĂŒck nicht teuer.
Die Weihnachtsdecke hat nen schwarzen Fleck,
der geht leider nicht durch Waschen weg!
In Windeseile stickt die treue
Frau der Familie eine neue,
damit das liebe Baby dann
sie gleich wieder bekleckern kann.

Dann kommt der große Tag heran,
festlich gekleidet sind Kinder und Mann.
Die HirtenumhĂ€nge frisch gebĂŒgelt,
das Temperament ist kaum gezĂŒgelt.
So brechen sie zur Kirche auf.
Die Hausfrau bleibt allein zurĂŒcke,
auf dass den Tannenbaum sie schmĂŒcke.
Mit Geschiebe und Geschleppe
kriegt den Baum sie hoch die Treppe.
Das WeihnachtsgeflĂŒgel im Ofen schon brĂ€t,
als die Hausfrau langsam in Panik gerÀt.
Den Baumfuß hat sie zwar gefunden,
aber nun ist der Schmuck verschwunden!
Hektisch sucht sie in allen SchrÀnken,
kann schon beinahe nicht mehr denken.
Da fĂ€llt es ihr zum GlĂŒck wieder ein:
Das Zeug muss noch auf dem Dachboden sein!

Sie galloppiert hinauf die Treppen,
um die Kiste hinunterzuschleppen.
Engel, bunte Kugeln aus Glas,
NĂŒsse aus Gold, fĂŒr jeden was!
Festlich wird der Baum geschmĂŒckt,
und dann in die richtige Ecke gerĂŒckt.
Bewundernd will sie auf's Sofa sinken,
und vielleicht noch ein Likörchen trinken.
Doch ĂŒberall hat der Baum Nadeln verteilt,
die Hausfrau nach Besen und Kehrblech eilt,
denn Weihnachten muss alles fein
sauber und in Ordnung sein!

Da ertönt aus der KĂŒche ein Knall!
Der Backofen, der war einmal!
Die Gans ist einfach explodiert!
Der Ofen raucht, die WĂ€nd' sind verschmiert!
Hinter der Frau eine Kugel zerschellt!
Sie fÀhrt herum: Der Christbaum fÀllt!
Und er landet ganz genau
auf unserer armen Weihnachtsfrau!
Lametta ihren Kittel schmĂŒckt,
die Frisur ist ganz zerdrĂŒckt.
Da sitzt sie nun inmitten der TrĂŒmmer,
verqualmt sind KĂŒche und das Zimmer.
Langsam ist ihr alles egal,
doch da erwacht sie auf einmal!
Sie liegt auf dem Sofa, es war alles ein Traum!
Sie lacht und denkt: "Das passiert mir doch kaum!
Selbst schuld, wenn man vor der Heiligen Nacht,
frau sich so fĂŒrchterlich viel Arbeit macht!
Das muss wahrhaftig doch nicht sein!"
Dabei fÀllt ihr aber ein:
Die Fenster sehen schrecklich aus,
und sie muss noch putzen das Haus.
Außerdem sollte sie vielleicht
nachsehen, ob der Weihnachtsschmuck reicht...



Mit freundlicher UnterstĂŒtzung von Ursel Fendler
Autor: Ursel Fendler
Titel: Weihnachtslied einer gestressten Hausfrau

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Ich wĂŒnsche Allen Frohe Feiertage und einen guten Rutsch

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BeitragVerfasst: Dienstag 24. Dezember 2013 
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